Es gibt ja Orte, die man einmal im Leben auf jeden Fall besucht haben sollte. Wenn es nach uns geht, gehört London in jedem Fall dazu. Ob mit oder ohne Hund: Die Hauptstadt Großbritanniens ist immer ein Erlebnis, egal ob man zum ersten, zweiten oder fünften Mal kommt.

Auf dem Weg in den britischen Norden mussten wir mit Ceeley in jedem Fall hier anhalten – das war schon von Anfang an klar. Und wenn man einige Dinge beachtet, wird der Besuch hier trotz Großstadt auch für Vierbeiner ein tolles Erlebnis.

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Zwischenstopp an den weißen Klippen

Wer sich wie wir vom Eurotunnel aus auf den Weg in die größte Stadt der Insel macht, der sollte in jedem Fall einen kurzen Stopp an den Kreidefelsen von Dover einlegen. Selbst wenn es wie bei uns wirklich wirklich windig ist, kann man tolle Spaziergänge entlang der Klippen machen. Oberhalb von Dover Castle gibt es einen Parkplatz am Besucherzentrum (Parkgebühr 5£ pro Tag/ Stand 08/2019), von dem aus ihr ganz verschiedene Touren starten könnt. 

Die White Cliffs of Dover.

Mit Ceeley konnten wir leider keine super große Runde drehen, aber auch ein kleiner Spaziergang lohnt sich. Wenn ihr mehr Zeit und ein wenig Ausdauer im Gepäck habt, könnt ihr auf jeden Fall die zwei Meilen lange Tour vom Besucherzentrum zum South Foreland Leuchtturm (auf Englisch) machen und euch dabei den Seewind mit Blick auf Dover City und den Hafen um die Nase wehen lassen.

Gerade der Blick auf das Fährterminal ist von oben sehr imposant – die Schiffe und Hunderte Autos kommen einem von den Felsen aus unglaublich klein vor. Einen Überblick über weitere Wandertouren und Informationen zum Spazieren mit Hund auf den Kreidefelsen könnt ihr übrigens hier finden (auf Englisch).

London und die Umweltzone

In London angekommen habt ihr schließlich die Qual der Wahl, was Campingplätze angeht. Es gibt eine gute Auswahl – einige liegen halbwegs stadtnah und haben auch eine gute Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz. Wenn ihr wie wir mit einem älteren Wohnmobil unterwegs seid, solltet ihr aber etwas vorausplanen. Denn London hat eine Umweltzone. Die ist nicht nur relativ strikt organisiert und überwacht – jeder, der hineinfährt, wird erfasst. 

Ceeley im Bus.

Ab einem bestimmten Schadstoffausstoß wird der Tagesbesuch auch wirklich teuer. Wir hätten irgendwas um die 100 Pfund pro Tag (und dabei zählt der angebrochene Tag, nicht 24 Stunden) bezahlen müssen – haben uns also einen Campingplatz außerhalb dieser sogenannten Low Emission Zone gesucht.

Da man mit Zügen, U-Bahnen und Bussen wirklich gut und schnell unterwegs ist und der Autoverkehr in London schon eine Qual ist, wenn man nur als Fußgänger unterwegs ist, empfehlen wir in jedem Fall das Auto auf dem Campingplatz oder an einer Bahnstation zu lassen. Wenn ihr trotzdem mehr über die LEZ wissen möchtet, könnt ihr euch direkt beim Transport for London informieren (auf Englisch). Auf Deutsch stellt der ADAC einige Informationen bereit.

Camping im Grünen: Dobbs Weir

Da wir die LEZ komplett gemieden haben, fiel unsere Platzwahl schnell auf den Lee Valley Caravan Park in Dobbs Weir. Eine wirklich gute Wahl, denn der Platz ist aus mehreren Gründen ein Glücksgriff. Zunächst mal: Der Platz an sich. Nicht super riesig, nicht hypermodern, aber sauber und wunderbar grün direkt am örtlichen Fluss gelegen ist es dort wunderbar ruhig. Dass man nur eine halbe Stunde mit dem Zug von Londons Zentrum entfernt ist, kann man gar nicht glauben. Für Angelfreunde gibt es direkt auf dem Platz auch die Möglichkeit im Fluss zu fischen.

Parkausblick in Dobbs Weir.

Auch die Umgebung ist wirklich super. Einmal die Straße rüber hat man die Möglichkeit, mit Hund durch einen wunderschönen Park zu laufen, über kleine Brücken bis ans Wasser des River Lee. Bei unserem Abendspaziergang waren wir hier ganz alleine mit Ceeley und hatten alle Zeit der Welt, die Wege ausgiebig zu erkunden. Wem das zu wenig Auslauf ist, der kann den dritten Vorteil des Platzes nutzen.

Am Wasser entlang kann man von dort aus nämlich zur nächsten Bahnstation laufen. Von dort lässt sich bequem die Overground-Bahn ins Zentrum von London nehmen. Wer zusätzlich zum Stadtbesuch nicht laufen möchte, bekommt an der Rezeption des Platzes aber auch ein kostenloses Parkticket für das Parkhaus an der Bahnstation Broxbourne, mit dem man dort den ganzen Tag stehen kann.

Mit dem Zug hinein ins Herz von London

Wie schon erwähnt: Man braucht mit der Overground nur eine halbe Stunde in die Innenstadt von London. Und das Beste: Der Hund fährt bei der Zuggesellschaft Greater Anglia genauso wie in U-Bahnen und Bussen im Zentrum der Stadt kostenfrei mit.

Für uns Erwachsene war die beste Option übrigens ein Off-Peak-Tagesticket. Das kostet 20 Pfund pro Person und gilt Montag bis Freitag ab 9 Uhr, an Wochenenden ganztägig. Dafür könnt ihr nicht nur den Zug nach London, sondern auch alle Transportmittel in der Stadt beliebig oft nutzen. Es gibt nicht mal einen Maulkorb-Zwang. Ceeley konnte die Fahrt also sehr entspannt genießen, was sie tatsächlich auch getan hat.

Erste Station auf unserer Tour war übrigens die Tower Bridge. Von der Bahn-Station Liverpool-Street sind es nur noch wenige Stationen mit der U-Bahn, schon steht man vor einem der bekanntesten Wahrzeichen Londons. Mit Ceeley, die zu der Zeit gerade einmal fünf Monate alt war, war es ein kleines Erlebnis sich durch die Menschenmassen zu schlängeln. Das lag weniger an unserer Welpendame, sondern mehr an den ganzen anderen Touristen, die sich gar nicht mehr eingekriegt haben ob des süßen Hundetieres. Auch davon blieb Fräulein Hund – wie von überhaupt fast dem ganzen Londoner Großstadttrubel – unbeeindruckt.

Mit Hund in die Tower Brigde

London ist übrigens eine der hundefreundlichsten Großstädte, in der wir bisher waren. Man wird nicht wie in Paris mit großem Hund aus der Metro geworfen, muss nicht wie in Berlin Maulkorb im Zug tragen und hat überall Parks, in der der eigene Vierbeiner toben kann. Und: Auch beim Sightseeing kann der Hund in einige Sehenswürdigkeiten mitkommen. In der Tower Bridge etwa ist das problemlos möglich – und für den Vierbeiner kostet es: Genau, nichts.

Auf dem Glasboden der Tower Bridge kann man wunderbar nach unten sehen.

Seit einigen Jahren lässt sich die Brücke besuchen. Über einen Fahrstuhl gelangt man vom Kassenhäuschen direkt auf die oberste Besucherebene. Dort gibt es zunächst einen kleinen Einführungsfilm – und schließlich kann man über die Fußgängerstege, die die beiden Brückentürme verbinden, die Aussicht auf die Themse genießen.

Blick aus dem Turm der Tower Bridge

Auch der Blick auf die Straße unter einem ist möglich. Über einen Glasfußboden lässt sich wunderbar beobachten, wie viele Autos und rote Busse die Brücke überqueren. Menschen und Hunde mit Höhenangst können wir übrigens beruhigen: Man kann dem Glasboden auch wunderbar ausweichen und am Rand des langen Ganges gehen. Ceeley hat der komische Boden übrigens überhaupt nicht interessiert.

Auf der anderen Seite nehmen Besucher normalerweise die Treppe, um von den Fußgängerstegen wieder auf die 34 Meter tiefer gelegene Straßenebene zu kommen und dann noch einen Abstecher ins Untergeschoss zu machen, wo sich die Antriebe für die Öffnung der Brücke befinden. Es gibt aber auch einen Fahrstuhl, den ihr nehmen könnt.

Ceeley vor der Tower Bridge

Wir haben den letzten Teil der Brücke dann auch Herrchen überlassen und uns lieber draußen hingesetzt, um noch den schönen Ausblick auf das Bauwerk zu genießen. Ceeley war auch mehr als groggy und froh, einfach mal ein wenig die Augen zumachen zu können.

Parks, Parks, Parks – und Hund darf frei laufen

Wie oben schon erwähnt: London ist auch wegen seiner vielen (Royal) Parks ein kleines Großstadt-Hundeparadies. In alle acht Parkanlagen dürfen Vierbeiner mitgenommen werden, eine generelle Leinenpflicht gibt es nicht. Einzige Voraussetzung: Der Hund muss unter Kontrolle sein und darf Parkbesucher nicht stören.

Ceeley flitzt im Greenwich Park

In einigen Parks kommt hinzu, dass Hunde vom dortigen Wild ferngehalten werden müssen. Und es gibt noch einige wenige Bereiche, in die Hunde generell nicht dürfen – einen Überblick dazu findet ihr hier (auf Englisch). Das stört aber kaum, denn die Parks sind groß genug und bieten ausreichend Platz zum toben und laufen für euer Fellvolk. (Achtung: Alle Parks haben Öffnungszeiten!)

Unser Lieblingspark und deshalb auch eine Station beim Besuch mit Ceeley ist Greenwich Park. Man ist hier ein bisschen abseits und auch wenn es im Sommer auf den Wiesen sehr voll werden kann, findet man mit seinem Hund viele Spielpartner und kann das wirklich weitläufige Gelände problemlos erkunden. Dazu hat man noch einen tollen Blick auf die Stadt, denn das im Park liegende Royal Observatory – dort, wo man auch den Nullmeridian besichten kann – liegt auf einem kleinen Hügel.

Greenwich Park im November. Von wegen grau: Greenwich Park im November.

London im November - nur grau und regnerisch?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist übrigens, dass das Wetter in London immer furchtbar ist. Da die Stadt relativ flach und im Osten Großbritanniens liegt, regnet es tatsächlich sehr viel weniger, als viele annehmen. Es gibt sogar weniger Niederschlag pro Jahr als etwa in Rom oder New York. Bine selbst war im November 2017 gleich zwei Wochen in der Stadt – und hatte nur wenige Regentage. Ein Vorteil des Spätherbstes: Die Stadt ist nicht ganz so voll – und die Parks sind nahezu menschenleer. Ein Besuch zur angeblich ungemütlichen Jahreszeit kann sich also durchaus lohnen!

Bevor wir nicht mehr aus dem Schwärmen herauskommen noch zwei kleine Negativpunkte, die uns bei unserem Besuch aufgefallen sind: In der Innenstadt – also rund Westminster, Tower Bridge und Co – gibt es für Hunde leider nur sehr wenige Möglichkeiten sich zu lösen. Besser also vorher ausgiebig in einem der Parks Gassi gehen – oder ganz auf die Innenstadt verzichten.

Und: Hunde sind in Restaurants eher ungern gesehen. Viele erlauben Vierbeiner nicht im Innenraum. Wenn Hunde erlaubt sind, ist dies meist am Eingang entsprechend ausgeschildert. Wer beim Essen also nicht ewig nach einem Lokal suchen möchte, das Hunde erlaubt, recherchiert am besten vorher – oder nutzt vorhandene Außenbereiche. 

Eingezäunt zur Renovierung: Der Clock Tower (umgangssprachlich auch BigBen) in London. Eingezäunt zur Renovierung: Der Clock Tower (umgangssprachlich auch BigBen) in London.

Mit Ceeley war für uns übrigens nach einem kurzen letzten Abstecher nach Westminster – wo der Clock Tower oder BigBen, wie er ja gerne genannt wird, leider noch immer renoviert wird – Schluss mit dem Tagesausflug. Wir waren alle ganz schön erschöpft und haben dann lieber den Zug zurück genommen. Wenn ihr länger bleibt, möchten wir euch aber noch zwei ganz besonders schöne Spaziermöglichkeiten als Tipps mit auf den Weg geben.

 

Hamsted Heath: Ein bisschen Wildnis in der Stadt

Ein bisschen außerhalb der normalen Touristenzone im Norden Londons liegt Hampsted Heath. Der Park ist nicht wie die anderen Grünanlagen in London. Hier ist alles ein bisschen natürlicher, ein bisschen wilder – und ein bisschen weniger crowded, wie die Briten sagen.

Ausblick von Hampsted Heath auf London

Es gibt mehr als zwei Dutzend größere Teiche, alte Waldflächen, Heide und Sümpfe. Zwar gibt es auch hier Bereiche, in die Hund nicht mit darf – der größte Teil des Parks ist für Vierbeiner aber frei zugänglich. Und auch hier: Leinen los. Schön anzusehen ist auf dem Spaziergang nicht nur Kensington House. Vom Parliament Hill hat man bei gutem Wetter einen grandiosen Blick auf die Londoner City.

Von King’s Cross nach Camden: Entlang am Regent’s Canal

Wer lieber ein bisschen innerstädtisch, aber doch in idyllischer Umgebung bleiben möchte, dem sei ein ganz besonderer Spaziergang am Wasser ans Herz gelegt. Von King’s Cross aus gibt es die Möglichkeit, am Ufer des Regent’s Canal über Camden bis hin zum Regent’s Park zu laufen.

Ausblick auf Camden Market

Man ist eine Weile unterwegs, aber entgeht den größten Menschenmassen, kann auf dem Camden Market einen netten Zwischenstopp einlegen, herumstöbern und etwas essen und als Belohnung den Hund zum Schluss im Regent’s Park flitzen lassen. Die ganzen Hausboote, die im Kanal liegen, machen die Ausblicke sehr idyllisch – im Spätherbst ist das übrigens besonders schön und sieht dann so aus:

Der Regent's Canal in London

Und wenn ihr noch mehr Zeit habt und eurem Vierbeiner eine tolle Zeit spendieren wollt, schaut euch gerne den Blog von Christina und Argo an: Auf thelondog.com findet ihr viele Tipps für Aktivitäten und das Leben mit Hund in London. Wie zum Beispiel: 27 Dinge, die Ihr mit Hund in London tun könnt (https://thelondog.com/things-to-do-dog-dog-friendly-london/, auf Englisch).

 

Auf einen Blick: Camping mit Hund im Lee Valley Caravan Park Dobbs Weir

  • Lage: Etwas nördlich von London in Dobbs Weir, direkt am River Lee. Die Londoner City erreicht man mit dem Zug in 30 Minuten. Die Bahnstation ist vom Campingplatz aus mit einem kurzen Spaziergang fußläufig erreichbar.
  • Hundefreundlichkeit: Es gibt einen Hundeauslaufbereich auf dem Platz selbst, nebenan ist aber ein Park direkt am Fluss – Spaziermöglichkeiten gibt es also genug. Auf dem Platz selbst ist maximal zwei Hunde pro Stellplatz erlaubt – dafür muss für den Vierbeiner nicht extra bezahlt werden.
  • Preis: Großstadtüblich, würden wir sagen. Zu zweit haben wir im Van 30 Pfund pro Nacht bezahlt. Dafür kann man sich allerdings auch ein kostenfreies Parkticket für den Bahnhof Broxbourne holen, das sonst noch einmal ein paar Pfund extra kosten würde.
  • Besonderheiten: Der Platz ist wirklich sehr idyllisch gelegen und die Umgebung wirklich toll. Wir fanden es – dafür, dass man die Großstadt quasi nebenan hat – wirklich ruhig und gemütlich. Wer gerne angelt, kann direkt am Platz im Fluss sein Abendessen fangen.
  • Weiterempfehlung? Definitiv ja! Wir haben den Platz als wunderbaren Ausgangspunkt für den Tagestrip nach London empfunden – auch weil wir mit unserem alten Bus nicht in die Umweltzone wollten. Wer länger bleibt und ein „saubereres“ Fahrzeug hat, wird sich vielleicht aber einen Platz suchen, der näher an der Innenstadt liegt. Insgesamt waren wir aber super zufrieden.