Update, 10. Januar 2021: Die Übergangsfrist ist abgelaufen und ja, tatsächlich – es gibt ein Abkommen zwischen EU und Großbritannien! Soweit die guten Nachrichten – das heißt aber leider nicht, dass die Einreise mit Hund nach Großbritannien nach dem Brexit jetzt unbedingt einfacher wird. Wir versuchen das Ganze im etwas unübersichtlichen Informationsgewusel einmal geordnet für euch zusammenzufassen – im Zweifelsfall und bei weitergehenden Fragen bitten wir euch aber dringend, euch noch einmal an geeigneter Stelle rückzuversichern.

Was jetzt für die Einreise nach Großbritannien gilt

Die gute Nachricht: Laut britischer Regierungswebseite behalten die Heimtierausweise der EU in Großbritannien ihre Gültigkeit – das gilt aber nur für EU-Bürger, nicht für britische Bürger (es sei denn, der Heimtierausweis wurde vor dem 1. Januar 2021 ausgestellt. As we said – it’s a bit complicated). Wenn ihr aus Deutschland einreist, reicht aber nach den derzeitigen Informationen euer EU-Heimtierausweis.

Hunde müssen weiterhin mit einem Mikrochip identifizierbar sein. Außerdem ist ein Nachweis vom Tierarzt notwendig, dass euer Tier mindestens 21 Tage vor der Einreise gegen Tollwut geimpft wurde – die Impfung muss bis zum Ende eurer Reise gültig sein. Auch eine Behandlung gegen Bandwürmer muss im Heimtierausweis vom Tierarzt dokumentiert sein. Sie muss 24 bis 120 Stunden vor der Einreise erfolgen – Datum, Uhrzeit und Wirkstoff müssen im Heimtierausweis stehen. Details zum Wirkstoff findet ihr ebenfalls auf gov.uk – alle Informationen zur Einreise auf einen Blick, hat auch Visit Scotland hier zusammengeasst. Bitte beachtet auch, dass es noch einmal extra Bestimmungen gibt, falls ihr mit mehr als fünf Hunden einreisen möchtet.

Und ein kleiner Hinweis noch für euch selbst: Ihr braucht ab sofort einen Reisepass, euer Ausweis allein ist leider nicht mehr zugelassen. Diese Regelung greift ab Oktober 2021. Wenn euer Reisepass also abgelaufen ist oder ihr noch keinen habt – denkt rechtzeitig ans Beantragen, das dauert mitunter eine Weile, bis er ausgestellt ist.

Nach dem Brexit mit Hund: Was jetzt für die Rückreise in die EU gilt

Die EU hat Großbritannien den Status eines gelisteten Drittlandes der Stufe 2 zugesprochen. Im Gegensatz zu den Stufe 1-Ländern müssen hier bei der Einreise aus Großbritannien in die EU noch ein paar Besonderheiten beachtet werden. Die wichtigsten Informationen dazu findet ihr unter dem Punkt „Movement of Pets“ auf der EU-Webseite. Der britische Heimtierausweis ist wie oben bereits angedeutet, nicht mehr gültig. Bei der EU heißt es dazu:

Das Vereinigte Königreich hat sich nicht dazu verpflichtet, sich nach dem Ende des Übergangszeitraums weiter an den gesundheitspolizeilichen Besitzstand der EU – insbesondere die Vorschriften über Hunde, Katzen und Frettchen – zu halten. Daher ist es gesundheitspolizeilich und pflanzenschutzrechtlich nicht mehr Teil des EU-Gebiets.

Somit ist für Hunde, Katzen und Frettchen, die in die EU und Nordirland eingeführt werden, eine Veterinärbescheinigung erforderlich (ein Tollwut-Antikörpertest ist jedoch nicht notwendig).

— aus „Fragen und Antworten: Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland“ | (Link)

Was heißt das für euch? Wenn ihr aus Deutschland oder einem der anderen angrenzenden EU-Länder nach Großbritannien reist, müsst ihr für die Rückreise nicht viel beachten – wie ihr reinkommt (Heimtierausweis, Tollwut-Impfung und Mikrochip), kommt ihr auch wieder raus. Nur wenn ihr über Finnland, Irland oder Malta in die EU zurückreist, müsst ihr eurem Hund zusätzlich eine erneute Bandwurm-Behandlung zukommen lassen.

In jedem Falle müsst ihr aber bei der Rückreise an einem der auf https://ec.europa.eu/food/animals/pet-movement/eu-legislation/non-commercial-non-eu/tpe_en vermerkten Eintrittspunkte wieder in die EU einreisen und euren Vierbeiner dort zur Überprüfung der Formalitäten vorführen.

Britische Bürger, die in die EU einreisen möchten, haben es etwas komplizierter. Sie brauchen nach derzeitem Stand unter anderem ein Gesundheitszertifikat. Mehr Infos dazu findet ihr ebenfalls hier und hier.

Warum sich die Einreise nach dem Brexit mit Hund trotzdem lohnt

Momentan ist vom Reisen nach Großbritannien wegen der dortigen Corona-Lage ja eher abzuraten. Aber Pläne machen für Zeiten, in denen das Reisen wieder möglich ist und Spaß macht, das könnt ihr – und solltet ihr, denn träumen darf erlaubt sein und mit Hund lohnt sich eine Reise auf die Insel immer noch. Glaubt ihr nicht? Wir haben da eine Liste an Gegenargumenten, mit der wir euch sehr Lust auf einen Aufenthalt auf der Insel machen wollen.

Noch mehr Reiseberichte aus Großbritannien findet ihr außerdem hier. Also nicht am Lockdown verzweifeln, sondern Pläne schmieden – der Aufwand lohnt sich, ganz sicher!


Update, 4. Februar 2020: Der Brexit ist vollzogen, Großbritannien ist nicht mehr Mitglied der EU. Zeit für uns, euch ein kleines Update zu geben. Wenn ihr für 2020 eine Reise mit Hund nach Großbritannien plant, ändert sich erst einmal nichts. Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase, in der die EU und die Briten ihre Beziehungen neu ordnen. Dabei werden auch die Zollbestimmungen neu verhandelt. Wie genau die Einreise mit Hund dann ab dem 1. Januar 2021 aussieht, ist vom Ausgang dieser Verhandlungen abhängig. Tiere gelten vor dem Gesetz ja als Dinge – dementsprechend greifen für sie auch entsprechend die Zollregelungen für die Einfuhr.

Generell aber gilt: Da Großbritannien nach dem Brexit kein EU-Land mehr ist, wird es als Drittland für die EU gelten – und umgekehrt. Von britischer Seite aus wird empfohlen, dass Hundehalter für den Fall der Fälle etwa vier Monate vor der geplanten Einreise mit den Vorbereitungen beginnen sollen – insbesondere wegen einer möglicherweise nötigen Tollwut-Titerbestimmung.


Großbritannien war was die Einreise mit Hund angeht, bis vor ein paar Jahren ja immer ein schwieriges Pflaster. Zwischendurch war alles etwas besser. Der Brexit aber macht es in diesem Jahr fast so kompliziert wie noch nie, eine Reise zu planen.

Wer wie wir 2019 mit Hund nach England, Schottland, Wales oder Nordirland in den (Camping-)Urlaub will, der kommt nicht umhin sich die Frage zu stellen: Wie wird die Einreise mit Hund nach dem EU-Austritt Großbritanniens aussehen? Kehren wir wieder zur Tollwut-Titer-Bestimmung zurück? Oder reichen weiterhin Mikrochip, Impfung und Wurmkur? Wir haben uns ein bisschen schlau gemacht – und halten euch hier auf dem Laufenden, was Urlaub mit Hund und Brexit angeht.

Im Londoner Greenwich-Park lassen viele Hundehalter ihre Tiere auf den großen Parkwiesen laufen.

Wie ist der aktuelle Stand beim Brexit?

Leider ist es kompliziert. Zwei Jahre hatte Großbritannien Zeit, sich über die Art und Weise des Austritts aus der EU Gedanken zu machen. Man hat nicht so richtig das Gefühl, dass dabei viel rausgekommen ist. Die entscheidende Frage, die derzeit im Raum steht: Gibt es ein Abkommen mit der EU – oder wird der Brexit hart ausfallen, also ohne Abkommen?

Diese Frage ist vor allem für Reisende interessant, die mit Hund unterwegs sind. Ein Brexit mit Abkommen würde die Einreise um ein Vielfaches einfacher gestalten – denn die Chance, dass die aktuell bestehenden Einreisebestimmungen dann so übernommen werden, ist groß. Was aber, wenn der Austritt Großbritanniens hart ausfällt?

Eingezäunt zur Renovierung: Der Clock Tower (umgangssprachlich auch BigBen) in London.
Eingezäunt zur Renovierung: Der Clock Tower (umgangssprachlich auch BigBen) in London.

Brexit ohne Abkommen – die möglichen Szenarien für Urlauber mit Hund

Szenario 1: Alles bleibt, wie es ist

Es wäre zu schön, wenn auch bei einem Brexit ohne Abkommen das aktuell gültige „Pet Travel Scheme“ beibehalten würde. Denn das hieße: Der Hund braucht einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und eine Behandlung gegen Bandwürmer. Dieses Szenario ist nur bei einem Austritt mit Abkommen wahrscheinlich oder wenn die EU Großbritannien auch nach einem ungeregelten Austritt als „gelistetes Land“ anerkennt – und umgekehrt.

Szenario 2: Alles wird komplizierter

Der eine oder andere mag sich erinnern: vor 2012 war die Einreise mit Hund nach England mit viel Vorbereitungszeit verbunden. Das lag vor allem daran, dass mit einem Bluttest der Tollwut-Titer bestimmt werden musste. Diese Untersuchung muss mindestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens 3 Monate vor der Einreise durchgeführt werden. Die Blutabnahme erfolgt beim Tierarzt, die Untersuchung schließlich bei einem zertifizierten Labor. Die Rückkehr zu diesem Verfahren wäre ein bisschen das Worst-Case-Szenarion für alle Hundehalter, die auf die Insel möchten.


Welches Szenario ist wahrscheinlich?

Diese Frage lässt sich derzeit leider nicht beantworten. Sollte es zu einem ungeregelten Brexit kommen, gilt es viele Dinge zu klären. Momentan weiß niemand genau, wie die Einreisebestimmungen für Hunde sowohl seitens Großbritanniens als auch seitens der EU dann genau ausfallen werden. Immerhin: Es gibt Hinweise, die sich auf der Webseite des britischen Parlaments, aber auch beim Auswärtigen Amt finden lassen.

Sollte es noch zu einer Einigung kommen, werden sich für Reisende voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2020 keine Änderungen ergeben.
Für den Fall eines harten Brexits hat die britische Regierung zugesichert, bis zum 31. Dezember 2020 Personalausweise von EU-Bürgern weiterhin als ausreichend für Reisen anzuerkennen. […]
Für Reisende könnten sich z.B. im Zollwesen weitere Änderungen ergeben, die derzeit noch nicht feststehen. 

(– Reisehinweise des Auswärtiges Amts für Großbritannien und Nordirland [Link])

Wer allein auf die Insel reist, für den wird sich laut Auswärtigem Amt voraussichtlich erst einmal wenig ändern. Zollbestimmungen dagegen könnten sich ändern – und damit auch die Einreise mit Hund. Ein wenig konkreter wird es auf der Homepage der britischen Regierung. Dort heißt es:

Travelling to Europe after Brexit
If the UK leaves the EU without a deal, after 12 April 2019 the rules for travelling to EU countries with your pet will change. You should start the process at least 4 months before you travel.
The rules for passports, driving, EHIC cards and more may also change. Check if you need to act now so you can travel as planned.

Die Empfehlung hier lautet klar: Wer plant von Großbritannien aus mit Hund in die EU zu reisen, sollte sich frühzeitig vorbereiten – mindestens vier Monate vor Reisebeginn. Das klingt sehr nach der Tollwut-Titer-Bestimmung. Aber – ein kleiner Lichtblick bietet sich an anderer Stelle. Denn dort heißt es:

There will be no change to the current requirements for pets entering the UK from the EU after 12 April.

Diese Aussage findet sich zwar in einem Abschnitt über die Rückkehr von Hunden nach Großbritannien, grundsätzliche klingt das aber schon eher danach, als würde sich zumindest für die Einreise mit Hund nach Großbritannien nicht viel ändern.

Für den Falle eines ungeregelten Austritts hat die EU diese Kriterien zur Einreise für Haustiere festgelegt.

Nachtrag 25. März: Seitens der EU gibt es nun weitestgehend Klarheit darüber, wie die Einreisebestimmungen für Haustiere nach einem No-Deal-Brexit aussehen würden. Die schlechte Nachricht: In der Auflistung steht auch der Tollwut-Antikörper-Test. Sollte es also zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens kommen, wird die Einreise wieder so kompliziert wie vor der Vereinfachung 2012. Die Reisevorbereitungen würden dann also wieder Monate in Anspruch nehmen. Das komplette Dokument der EU könnt ihr euch hier noch einmal ansehen.

Frühes Aufstehen lohnt sich: Die Tower Bridge in London bei Sonnenaufgang.

Unsere Empfehlung: Wer reisen will, sollte auf alles vorbereitet sein

Ganz sicher können Hundehalter dennoch erst sein, wenn der Austritt vollzogen ist. Wenn ihr in diesem Jahr einen Urlaub mit Hund in Großbritannien plant, dann würden wir empfehlen, den Tollwut-Bluttest machen zu lassen. So seid ihr auf der sicheren Seite und müsst die geplante Reise nicht noch kurzfristig absagen. Bei uns geht das leider nicht: Unsere Reise ist – eigentlich – im August geplant. Und da wir wieder einen Welpen bei uns aufnehmen, können wir mit den Planungen nicht früher anfangen. Deshalb drücken wir einfach die Daumen, dass die Hängepartie um den Austritt bald ein Ende hat – und wir im Sommer ganz entspannt mit Hund und Bus über die Insel düsen können.

Weiterführende Links zum Thema


Das ist euch alles noch nicht genug Information? Wenn ihr euch gerne selbst noch ein wenig zum Reisen mit Hund nach Großbritannien und Brexit schlau machen wollt, haben wir hier eine Reihe nützlicher Links für euch zusammengestellt: 

• Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts 

Mit Hund nach Großbritannien: Schritt für Schritt-Anleitung für die Einreise (auf Englisch)

Reisen mit Haustier nach Großbrtiannien nach dem Brexit (auf Englisch) 

• Checkliste für die Einreise 

Fragen und Antworten zum Brexit von der Bundesregierung

• Regelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU 

Regelungen für die Einreise mit Hunden, Katzen und Frettchen in die EU