Auf einen Blick: Mit Hund nach Norwegen

Gepostet Von Bine am Mrz 20, 2019 | Keine Kommentare


Um es gleich vorweg zu nehmen: Norwegen mit Hund – das lohnt sich in jedem Fall. Tolle Landschaften, viel Platz, nette Menschen und so eine unglaubliche Auswahl an wunderschönen Erlebnissen und Ausflugszielen gibt es zu entdecken und zu erleben. Und jede Ecke des Landes hat ihren ganz eigenen Charme. Eine Reise mit Abenteuer-Potential für jeden, der nicht unbedingt 30°C im Hochsommer braucht.

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Norwegen mit Hund: Die Anreise

Zwei Wege führen nach Rom ins Land der Mitternachtssonne und Polarlichter: Entweder man nimmt den Landweg über Dänemark, die Öresundbrücke und Schweden (und wahlweise noch Finnland, das auch eine gemeinsame Grenze mit Norwegen besitzt) oder man lässt sich auf der Fähre einschippern. Beides hat seine Vor-  und Nachteile. Wir würden dazu raten, die Entscheidung vor allem vom eigenen Hund abhängig zu machen. Kaum eine Fähre von Dänemark nach Norwegen erlaubt die Mitnahme von Tieren an Deck oder in einer eigenen Haustierkabine. Der Hund muss also entweder alleine im Auto bleiben (an die ungewohnten Geräusche und das Schaukeln denken!) oder in eine “Haustierbox” – also eine kleine Zwingeranlage auf den Schiffen. Über den Landweg ist man dafür natürlich wesentlich länger unterwegs.

 

Von Hirtshals in Dänemark bringt uns die Fähre in dreieinhalb Stunden nach Larvik in Norwegen.

Von Hirtshals in Dänemark bringt uns die Fähre in dreieinhalb Stunden nach Larvik in Norwegen.

Für uns und Jodie war die Fähre von Hirtshals nach Larvik die beste Variante. Man fährt auf dieser Route etwa dreieinhalb Stunden, es gibt aber noch zahlreiche andere Fährvarianten. Vor dem Einchecken am Fähranleger haben wir einen langen Spaziergang am Strand in Dänemark gemacht, um unsere Bernerdame noch einmal richtig müde zu machen. Jodie war aber ohnehin ein extrem entspannter Hund und hat die Überfahrt im Auto gut überstanden. Hunden, die nicht alleine bleiben können oder Probleme mit unbekannten Situationen oder Geräuschen haben, würden wir die Fährfahrt nicht empfehlen.

 

Einreise: Genaue Kontrolle am Zoll

Eines sollte man auf dem Weg nach Norwegen mit Hund auf keinen Fall vergessen: Den Impfpass. Und der sollte richtig ausgefüllt sein. Denn die Norweger nehmen es vor allem bei der Entwurmung sehr genau. Hunde müssen 120 bis 24 Stunden vor der Einreise gegen Bandwurmbefall (Echinococcus multilocularis) behandelt worden sein – und zwar mit einem anerkannten Präparat, dazu gehören zum Beispiel Praziquantel oder Epsiprantel. Der Tierarzt muss das Ganze im Impfausweis dokumentieren. Alternativ kann man auch auf die 28-Tage-Regel zurückgreifen. Der Hund muss dabei innerhalb von 28 Tagen zweimal gegen Würmer behandelt worden sein, das muss dann erst nach 28 Tagen wiederholt werden.

 

Auch für Jodie war allein das Autofahren ein Erlebnis.

Zudem muss der Vierbeiner (maximal fünf sind bei privater Einreise erlaubt) gegen Tollwut geimpft und wie üblich mit einem Mikrochip (in Ausnahmefällen auch Tätowierungen) identifizierbar sein. Bei der Einreise muss der Hund am Zoll angemeldet werden. Das klingt langwierig – wir haben auch schon von Hundehaltern gelesen, die wegen der Einreisebestimmungen in Skandinavien ihre Nordkap-Reise abgesagt haben – , es geht aber tatsächlich sehr sehr fix. Wir waren im Sommer 2016 sogar sehr viel schneller als alle anderen, die wegen der damaligen schärferen Einreisekontrollen am normalen Einreiseschalter vorbei mussten. 

Nicht eingeführt werden dürfen übrigens Pit Bull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Tosa, Dogo Argentino, Tschechoslowakische Wolfhunde, Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf. Wer das alles ganz detailliert noch einmal nachlesen will, kann das am besten auf der Webseite der Norwegischen Botschaft tun.

 

Camping in Norwegen: Der Hund zahlt selten extra

Teilweise mehr als 5 Euro zahlt man Deutschland oder anderen europäischen Urlaubsländern schon, wenn der eigene Hund auf dem Campingplatz mit übernachten soll. In Norwegen ist das gänzlich anders. Hier haben wir auf keinem der Campingplätze, die wir angefahren haben, für Jodie bezahlen müssen. Generell ist das Land sehr gut mit Plätzen ausgestattet, Probleme einen Übernachtungsplatz zu finden, hatten wir nie. Überall sind zudem kostenfreie Wasser- und Entsorgungsstationen zu finden.

Jedermannsrecht - Ist frei campen überall erlaubt?

Wir kommen nicht drum herum, ein paar Worte zum Jedermannsrecht zu verlieren. Diese Regelung ermöglicht es sowohl Norwegern als auch Zugereisten, sich in der freien Natur auf öffentlichem Grund frei zu bewegen und auch zu übernachten. Dabei gilt es einige Regeln einzuhalten, vor allem aber sollte man umsichtig mit der Natur umgehen. In den letzten Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, das Jedermannsrecht erlaube es auch für Wohnmobilisten überall frei stehen zu können – allerdings beinhaltet die Regelung eben keinen Freifahrtschein für’s Wildcampen. Die Toleranz ist in Norwegen in den letzten Jahren stark zurückgegangen, weil eben nicht schonend mit der Natur umgegangen wurde. Vor allem in den nördlichen Gebieten erholt sich die Umwelt nur langsam von Schäden. Dass das Recht nicht auf Campervans und andere Wohmmobile zu übertragen ist, hat uns auch noch mal die Norwegische Botschaft in Deutschland auf Anfrage bestätigt:

„Das ‘Jedermannsrecht’ ist ein altes Traditionsrecht, welches in erster Linie Fußgängern/Wanderer erlaubt auf privaten Grundstücken unter bestimmten Bedingungen zu übernachten. Dieses kann nicht unmittelbar auf Fahrzeuge/Wohnmobile übertragen werden.“

(– Antwort der Königlich Norwegischen Botschaft in Berlin auf unsere Anfrage zum Jedermannsrecht)

 

Weitere Infos zum Camping in Norwegen und zum Jedermannsrecht findet ihr übrigens auf dieser Webseite.

Die Reise in den hohen Norden lohnt auch im Winter. Dann kann man mit etwas Glück Polarlichter beobachten - wir hier über dem Offersøykammen auf den Lofoten.
Die Reise in den hohen Norden lohnt auch im Winter. Dann kann man mit etwas Glück Polarlichter beobachten – wir hier über dem Offersøykammen auf den Lofoten.

Im Internet ist zu lesen, dass Hunde nicht auf allen Plätzen erlaubt sind. Wir haben eine gegenteilige Erfahrung gemacht – abgewiesen wurden wir mit Jodie nie. Dennoch müssen Hundehalter vor allem beachten, dass in Norwegen Leinenpflicht gilt. Verstöße können mit Geldbußen geahndet werden. In der freien Natur nehmen die Norweger das nicht ganz so genau und sehen meist über unangeleinte Hunde hinweg. In Städten dagegen gehört der Hund in jedem Fall an die Leine. Unser Reiseführer sagt übrigens, dass Hunde in Nationalparks nicht mitgeführt werden dürfen. Andere Quellen sprechen davon, dass sie durchaus mitdürfen – aber in jedem Fall an die Leine müssen. Wir empfehlen deshalb: vor Ort nachfragen, um ganz sicher zu gehen.

Der Hund kann (fast) überall mit: Jodie und Bine in Å i Lofoten.
Der Hund kann (fast) überall mit: Jodie und Bine in Å i Lofoten.

Hunde im Restaurant: bitte draußen bleiben

Während in Deutschland der eigene Vierbeiner oft ein festes Familienmitglied ist und fast überall hin mitgenommen werden kann, muss man sich darauf gefasst machen, dass die Norweger die Bindung zum Tier etwas nüchterner sehen. Als wir in Hammerfest am Hafen ein wirklich schönes kleines Restaurant gefunden hatten und im Nachhinein fragten, ob wir unseren Hund hätten mitbringen dürfen (Jodie war im Bus – es hatte in Strömen geregnet und sie war sehr sehr froh über die trockene Pause), blickte uns die Kellnerin sehr verdutzt an und musste erst einmal ihren Chef fragen gehen. Der war ebenso irritiert und verneinte am Ende. Das kommt nicht so selten vor – deshalb unbedingt nachfragen, bevor der Hund mit ins Restaurant oder Café geht!

Gute Nachrichten gibt es allerdings für öffentliche Verkehrsmittel. Hunde dürfen hier problemlos mitfahren und zahlen den halben Fahrpreis. Das gilt auch für ungewöhnlichere Verkehrsmittel wie etwa die Kabelbahn in Bergen.

Ja, auch dieses Bild entstand in Norwegen. Genau genommen auf den Lofoten.

Unsere persönlichen Reisetipps

(Wir ergänzen hier nach und nach – und verlinken beizeiten zu unseren Reiseberichten)

  • Inselperlen im Nordwesten: Die Lofoten
  • Hammerfest, Tromsø und der Rago-Nationalpark
  • Einsamkeit am Ende Europas: Auf dem Weg zur Magerøya und zum Nordkap
  • Bergen, Ålesund und Schnee im Juli: Unsere schnelle Route durch den Südwesten

Ihr habt selbst noch einen tollen Tipp für Norwegen? Hinterlasst uns einen Kommentar

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